Pelster's Magazin

Erythrit als Zuckeraustauschstoff

Zucker und Erythrit nebeneinander im Vergleich
Zucker, ein süß schmeckendes Lebensmittel was kaum noch weg zu denken ist. Doch immer häufiger ersetzen sogenannte Zuckeraustauschstoffe den herkömmlichen Industriezucker in Lebensmitteln. Einer davon ist Erythrit, der in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen hat.

Doch wie gesund ist diese Alternative wirklich? Und was unterscheidet sie von herkömmlichem Zucker?

Was ist Zucker? Warum gilt er als ungesund?


Zucker ist ein Kohlenhydrat, das unserem Körper schnell Energie liefern kann. In kleinen Mengen ist er unbedenklich und sogar notwendig für unser Gehirn. Denn unser Gehirn nutz Glukose als wichtigste Energiequelle. Problematisch wird es jedoch, wenn Zucker in zu großen Mengen konsumiert wird.

Zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke liefern viele Kalorien, sind jedoch meist nährstoffarm. Ein übermäßiger Zuckerkonsum kann demnach das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen. Durch starke Blutzuckerschwankungen können Heißhungerattacken oder Nachmittagstiefs entstehen. Zudem erhöht Zucker das Kariesrisiko und begünstigt langfristig Krankheiten wie Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.



Künstliche Süßstoffe wurden in den letzten Jahren in großem Umfang in die Lebensmittelindustrie eingeführt, um die Zucker- und Kalorienaufnahme der Gesellschaft zu reduzieren.

Erythrit: ein natürlicher Zuckeralkohol


Erythrit gehört zu der Gruppe der Zuckeralkohole und wird durch die Fermentierung von Mais erzeugt. Er ist zwar nicht so süß wie Zucker, jedoch nahezu frei von Kalorien. Er wird vom Körper aufgenommen und gelangt in die Blutbahn, wird aber fast vollständig wieder über den Urin ausgeschieden, da der menschliche Körper diesen nicht verstoffwechseln kann. Dadurch hat er keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Zudem ist er nicht kariogen und hat antioxidative Eigenschaften. Produkte, die mit Zuckeralkoholen gesüßt werden, dürfen als „zuckerfrei“ bezeichnet werden.

Erythrit befindet sich heute in einer Vielzahl von Produkten wieder. Vor allem von Diätprodukte, zuckerfreien Süßigkeiten und Proteinsnacks ist er nicht weg zu denken.

Doch ist Erythrit wirklich unbedenklich?


Zuckeraustauschstoffe wie diese werden viel eingesetzt, ohne dass die Langzeitfolgen bekannt sind. Zwar sind sie von den Zulassungsbehörden im Allgemeinen als sicher eingestuft, dennoch ist wenig über die gesundheitliche Auswirkung bekannt.

Eine neuere Studie fand heraus, dass Erythrit die Thrombosebildung fördert und dadurch das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten erhöht. Thrombosen sind die wesentlichen Auslöser für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Sie verstopfen die Arterien, wodurch die Blutzufuhr gestoppt und die Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Allerdings betonen Forscher, dass diese Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Sie stellen eher ein Hinweis als einen eindeutigen Beweis dar.

Darüber hinaus kann ein Konsum der Zuckeralkohole von mehr als 30 g pro Tag Verdauungsbeschwerden, wie Blähungen oder Durchfall verursachen.

Durch die nahezu kalorienfreie Aufnahme greifen viele zu den Zuckeraustauschstoffen wie Erythrit zu, in der Hoffnung damit Gewicht zu verlieren. Doch die Weltgesundheitsorganisation rät davon ab, diese gezielt zur Gewichtskontrolle einzusetzen. Studien zeigten, dass die eingesparten Kalorien durch andere Lebensmittel wieder ausgeglichen werden, der Heißhunger auf Süßes weiterhin bleibt oder sogar verstärkt wird.

Fazit: Maßvoller Genuss statt Überkonsum


Aus genannten Gründen ist Erythrit nicht uneingeschränkt zu Empfehlen. Denn man sollte sich bewusst sein, dass auch Zuckeraustauschstoffe mögliche Nebenwirkungen haben und langfristige Effekte nicht ausgeschlossen werden können. Anstatt Zucker oder Ersatzstoffe im Übermaß zu konsumieren, ist es sinnvoller auf Lebensmittel mit natürlicher Süße zu setzten und allgemein weniger zu süßen. Natürliche Alternativen mit Nährstoffen sind zum Beispiel Honig oder auch unser Bio-Dattelpulver.


Wer allerdings seinen Zuckerkonsum minimieren möchte, sollte langfristig versuchen den Süßgeschmack zu reduzieren. Denn wie so oft gilt: Die Dosis macht das Gift.

 

 

Quellen:


Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (2023): Neubewertung von Erythrit (E968) als Lebensmittelzusatzstoff. Online abgerufen unter: Neubewertung von Erythrit (E 968) als Lebensmittelzusatzstoff | EFSA (am 24.10.2025).

Witowsk, M. et. Al. (2023): The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk. Nature medicine. Online abgerufen unter The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk | Nature Medicine (am 24.10.2025).

World Health Organization (2015) Guideline: sugars intake for adults and children. Online abgerufen unter: Guideline: sugars intake for adults and children (am 23.10.2025).
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